Dann waren die Lager aus dem Gedächtnis entschwunden

AugenzeugInnen erinnern sich an ein Zwangsarbeitslager von Siemens in der Nürnberger Gartenstadt

Drei Menschen aus der Nürnberger Gartenstadt, die in den 1940er Jahren zwischen 7 und 15 Jahre alt waren, erinnern sich bruchstückhaft an ein Lager, in dem mal Männer, mal Frauen aus anderen Ländern inhaftiert waren und die jeden Morgen in Kolonnen zur Arbeit marschieren mussten. Sie selbst lebten in direkter Nachbarschaft zu den Baracken, doch der Kontakt zu den dortigen Insassinnen und Insassen war ihnen untersagt – das war allen bekannt. Bekannt war auch der deutsche Lagerleiter und bekannt war: Die Menschen aus sämtlichen europäischen Länder leisteten Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie. Dennoch sind diese Zwangsarbeitslager in der deutschen Gesellschaft in Vergessenheit geraten.

Die Zwischenfälle erinnern an eines von 100 Lagern, das sich in der Nürnberger Gartenstadt befand.

Danksagung

 
  • Wir danken  Kurt Hölzlein, Therese Ehle und Hilde Liebold für ihre Bereitschaft, ihre Erinnerungen an das Zwangsarbeitslager mitzuteilen.
  • Wir danken Frank Hotze von „Bunter Tisch Gartenstadt und Siedlungen Süd“, der zu den Gesprächen in den Kulturladen Gartenstadt einlud und uns dabei hinzugezogen hat:
    http://www.bunter-tisch-gartenstadt.de/aktivitaeten/erinnerungsarbeit/