"Ich habe mit drei Spartakisten in einer WG gewohnt" - Berufsverbote in der BRD

3,5 Millionen Menschen wurden zwischen 1972 und 1985 im Rahmen der sogenannten Regelanfrage auf ihre Gesinnung überprüft. Weit über 1000 Personen wurde in der Konsequenz die staatliche Anstellung verweigert. Der sogenannte Radikalenerlass traf auch Angela Rauscher, die die Protagonistin dieser Folge der Zwischenfälle ist.

Bis in die 1980er Jahre gab es die sogenannte Regelanfrage, Anfragen staatlicher Behörden an den Verfassungsschutz über die politischen Aktivitäten der BewerberInnen auf staatliche Arbeitsstellen. Mit dem Radikalenerlass von 1972 erfolgten Millionen solcher Anfragen, mindestens 1000 Menschen wurden aufgrund der Ergebnisse dieser Anfragen abgelehnt.

Zu Wort kommt Angela Rauscher, eine der - zumindest anfänglich - vom Radikalenerlass Betroffenen.

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Quellen

Link:

 
Film:
Fünf Filmausschnitte über Berufsverbotsfälle (W. Kretschmann, M. Csaszkóczy, B. Larisch, S. Gingold, K. Lipps),
gezeigt am 14.6.2012 in Berlin auf der Veranstaltung "40 Jahre Radikalenerlass – ein abgeschlossenes Kapitel im 'Land der Freiheit‘?“, abrufbar unter: https://vimeo.com/49973694
 
Literaturtipps:
Jaeger, Alexandra: „Auch Marx ist Deutschland“. Aushandlungen über Freiheitsrechte und Staatsräson im Zuge des Radikalenbeschlusses in den 1970er Jahren, in: Jaeger, Alexandra / Kleinschmidt, Julia / Templin, David (Hg.): Den Protest regieren. Staatliches Handeln, neue soziale Bewegungen und linke Organisationen in den 1970er und 1980er Jahren, Essen 2018, S. 123-154.
Heinz-Jung-Stiftung (Hg.): Wer ist denn hier der Verfassungsfeind? Radikalenerlass, Berufsverbote und was von ihnen geblieben ist, Köln 2019

Ausstellungstipp:
„Vergessene Geschichte“. Berufsverbote. Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Ausstellung der Niedersächsischen Initiative gegen Berufsverbote. Begleitmaterial: Ausstellungsbroschüre, ISBN 978-3-930726-25-7, Hannover 2015
www.ak-regionalgeschichte.de

Veranstaltungshinweis:
Tagung 28.09.2020-29.09.2020 in Heidelberg: 
"Innere Sicherheit, Kulturkampf, Demokratisierung? Der ‚Radikalenerlass' von 1972 und seine Folgen bis in
        die Gegenwart", Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Heidelberg
Ankündigung unter: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=42302

Danksagung

Das Gespräch mit Angela Rauscher wurde am 15. Januar 2018 in Nürnberg geführt. 
SprecherInnen: Nadja Bennewitz, Anne-Sophie Bornemann, Andreas Krauß, Michael Liebler, Thorben Rohte, Lisa Widoni.
 
Mit Musik von:
  • Blue Dot Sessions
  • Scott Holmes
  • Ketsa
  • David Cszestay